Die wichtigste Lektion des Lebens lernt man nicht an der Uni oder aus einem Buch. Theoretisch hab ich das schon gewusst – aber wirklich begriffen hab ich es erst in den letzten Wochen.
Und die Erkenntnis lautet: Es ist eben nicht egal, mit wem du in Beziehung bist.
Die Annahme „liebe dich selbst, dann ist es egal, wen du heiratest“ ist – integral gesprochen – zu eindimensional. Für mich waren all diese Coaching-Optimierungssprüche toxisch. Sie haben mich dazu gebracht, in Beziehungen zu bleiben und wie blöd an mir zu arbeiten. Stück für Stück…
7 Jahre Beziehungs-Masterclass
Aber noch einen Schritt zurück: Ich bin die letzten 7 Jahre durch eine Beziehungs-Masterclass gegangen.
- 2019: Erste Anzeichen einer Krise.
- 2020: Die Beziehungskrise sitzt mit uns am Küchentisch.
- Bis 2022: Therapien und Coaching. Wir haben’s echt versucht – bis ich feststellen musste: Wir können uns nirgendwo hin therapieren, wo wir nicht hin sollen.
- 2024: Ich will wieder daten. Ein neuer Mann kommt in mein Leben. Viel Drama, alles nur nicht konventionell. Viel Lebendigkeit, aber auch viel Schmerz. In der Zeit war ich nicht bei mir – nur beim Gegenüber. Alles andere war einfach abgeschrieben. Business: keine neuen Ideen, keine Innovation. Verheerend.
- Anfang 2026: Nach langem On und Off – die Trennung.
Und eigentlich war ich sehr glücklich als Single. Wollte mich nicht wieder binden, schon gar nicht verlieben. Aber ganz oft passiert es ja genau dann: Ich bin seit Mai wieder in einer Beziehung. Und erst durch diesen neuen Mann erkenne ich, auf welche faulen Kompromisse ich mich die letzten Jahre eingelassen habe.
Was ich für Liebe hielt, war reproduziertes Bindungstrauma
Was ich damals, 2019, noch nicht wusste: Das, was sich so sehr nach Liebe anfühlte, war reproduziertes Bindungstrauma. Ich suchte so sehr nach Ekstase in meinem Leben und verwechselte sie mit Hyperarousal des Nervensystems. Das Patriarchat und die unhinterfragte Annahme, Frauen wären einfach beziehungsfähiger, taten ihr Übriges.
Und so blieb ich in Beziehungen, die mir nicht guttaten und mich nach und nach kleiner werden ließen. Ich war wie in Trance und vernachlässigte Freundschaften, mein Business, ja sogar meine Kinder.
Nie hätte ich das für möglich gehalten.
Erst durch Trauma-Arbeit und konsequente Nervensystem-Regulation verstand ich, was da abgeht. Und ich konnte mich aus diesen Beziehungen lösen. Was folgte, fühlte sich für mein System an wie ein Entzug.
Bin ich geheilt? Mit nichten.
Warum ich dir das erzähle? Weil ich mittlerweile sehr wach bin und immer schneller erkenne, wenn ich aus meinem Regulationsfenster falle. Ich weiß, wie mein Nervensystem tickt, und suche Ekstase weniger im Außen und bei anderen Menschen.
Bin ich von all der Trance geheilt? Mit nichten. Ich tappe immer noch oft genug in alte Verhaltensmuster, bin dysreguliert, will, dass das Gegenüber mich heilt, oder erkenne andere Sabotagemuster. Kurz gesagt: Ich bin dysreguliert.
Aber: Kein Mensch ist immer reguliert. Die Menschen, die wirklich beziehungsfähig sind, können nur schneller erkennen, wenn sie aus dem Regulationsfenster fallen – und haben Wege, wieder in ihr Fenster zurückzufinden.
Nervensystem-Reset: Dein Regulationsfenster kennenlernen
Und genau darum geht’s auch in meinem Workshop „Nervensystem-Reset“: wie du dein Regulationsfenster kennenlernst, dein Nervensystem verstehst – und lernst, Ruhe, Sicherheit und Lebendigkeit in dir selbst zu finden statt im Außen.
📅 19. September, 10–13 Uhr, online · 💶 49 € · 3 Stunden live + Aufzeichnung

