
Ich lieg seit Tagen am Sofa und komm nicht so recht in die Gänge. Zu viel ging mir im Kopf herum. Das, was gerade in der Welt passiert, lässt mich nicht kalt.
Wie geht es dir gerade? Ganz ehrlich? Was beschäftigt dich? Welche Fragen stellst du dir gerade? Was ist dein Grundgefühl?
Zwischen Wut und Ohnmacht
Ich schwanke in letzter Zeit zwischen Wut und Ohnmacht. Zwischen „WTF?!“ und Resignation. Und während ich von einem Extrem zum anderen pendle, entdecke ich jedes Mal eine weitere Version von mir: Da ist diese kleine, hoffnungsvolle Stimme, die sagt: Mach weiter. Und da ist dieses Gefühl voller Verkörperung und Lebendigkeit, das sich wach gegen den Wind stellt und Schritte geht.
Dein Toleranzfenster
Was ich dir gerade beschrieben habe, ist der Mechanismus deines vegetativen Nervensystems. Und innerhalb dieses Nervensystems gibt es ein Toleranzfenster. Bist du in diesem Fenster, kannst du flexibel denken, das große Ganze im Blick behalten, rational entscheiden, empathisch sein. All das klappt nur, wenn wir innerhalb dieses Fensters sind.
Je nachdem, wie es uns an einem Tag geht und mit welchen Ressourcen wir ausgestattet sind, kann dieses Fenster kleiner oder größer sein. Und nicht nur das: Auch unsere Kindheitserfahrungen, Traumata, Muster und Prägungen beeinflussen die Größe dieses Fensters.
Kampf, Flucht oder Shutdown
In belastenden Situationen kommt es dazu, dass wir aus dem Fenster raus schießen. Das ist ein Automatismus des Lebens, um uns zu schützen. Wir erleben eine Gefahr und reagieren auf zwei Weisen: Kampf oder Flucht. Oder in Emotionen übersetzt: Wut oder Angst. Dabei sind beide Emotionen lebenswichtig und vitale Kräfte, denn sie bündeln unsere Reserven, um uns zu verteidigen oder zu fliehen.
Wenn aber Angriff oder Flucht keinen Sinn mehr machen, gleiten wir in einen anderen Modus: Resignation, Shutdown, Kollaps. In diesem Zustand bereitet sich der Körper aufs Sterben vor und dreht alle Vitalfunktionen zurück, sodass Sterben nicht so schmerzhaft ist.
Was ich gerade im Kollektiv sehe
Und genau das können wir gerade im Kollektiv beobachten. Jahrelanger Krisenmodus hat uns als Gesellschaft resignieren lassen. Ja sogar zynisch gemacht. Was sich nach Entspannung anfühlt, ist ganz oft ein Nervensystem im Shutdown.
Was es jetzt braucht
Ich bin davon überzeugt, dass wir – individuell und kollektiv – zu viel mehr imstande sind, als das, was wir gerade zeigen. Denn wenn es uns gelingt, aus der Resignation und dem Zynismus auszusteigen und unseren Stress und eventuell auch unsere Traumata körperlich zu verdauen, dann werden Ressourcen frei, die wir für das Lösen all dieser Krisen und Konflikte so dringend brauchen.
Was es dafür braucht? Wissen um Entwicklung, Trauma und Nervensystem. Einen sicheren Raum zum Verdauen. Und Übungen aus dem Körpercoaching.
Nervensystem-Reset für ein reguliertes Schuljahr
Genau darum geht’s in meinem Workshop am 19. September, 10–13 Uhr (online, Aufzeichnung 1 Monat abrufbar) – wie du aus Kampf, Flucht oder Shutdown wieder zurück in dein Toleranzfenster findest. Mit konkreten Übungen aus Somatic Experiencing, Polyvagaltheorie und Körperarbeit.
49 € Einmalzahlung. Anmeldeschluss: 18.9., 23:59 Uhr.
Wenn du merkst, dass du tiefer einsteigen willst – ins Verstehen von Entwicklung, Trauma und Nervensystem, nicht nur für dich selbst, sondern auch, um andere kompetenter zu begleiten: Der Basislehrgang „Integrale Entwicklungspädagogik“ startet am 31.10. (das erste Modul steht dir schon jetzt online zur Verfügung). Bis 30.9. sicherst du dir den EarlyBird-Preis: ab 2.300 € (regulär 2.850 €) – Ratenzahlung ab 210 €/Monat möglich. Unsicher, ob das der richtige Weg für dich ist? Lass uns unverbindlich sprechen.













